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Das Concertgebouw wird mitten in der Einöde eröffnet
Amsterdamer Liebhaber klassischer Musik sollten der Meininger Hofkapelle und ihrem Dirigenten Hans von Bülow dankbar sein! Zwar waren bereits Planungen im Gange, doch war es ihr Konzert im Jahre 1885, das eine Gruppe Amsterdamer Unternehmer erkennen ließ, dass ihre Stadt dringend einen guten Konzertsaal und ein Orchester benötigte. Sie beschlossen den Bau des heute weltberühmten Concertgebouw. Befindet man sich heute in der Umgebung des Concertgebouw, so kann man sich kaum vorstellen, dass es sich bei seiner festlichen Eröffnung am 11. April 1888 mitten in der Einöde befand und von Wiesen und kleinen Bauernhöfen umgeben war.
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Willem Kes – erster Leiter des Orchesters
Nur ein Jahrzehnt bevor Willem Kes seine kurze Dienstzeit als Chefdirigent begann, erklärte Johannes Brahms, dass er zwar die „Amsterdammer“ gern mochte, sie jedoch für lausige Musiker hielt. Zu dieser Zeit war Willem Kes Dirigent an der Parkschouwburg in Amsterdam Doch schon von Beginn seiner Laufbahn 1888 an arbeitete er hart an Disziplin und Ensemblespiel. Kes entwickelte das RCO zu einem respektablen Orchester, was sich in Gastauftritten großer Geiger wie Pablo de Sarasate und Joseph Joachim spiegelte.
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„Herr Ober, bitte noch einen Tee!“
Nicht nur das junge Orchester wurde vom jungen ersten Dirigenten Willem Kes mit einem strengen Übungsregime „gequält“ – auch das Amsterdamer Publikum musste „leiden“. Willem Kes brachte den Zuhörern dies nach und nach bei: „Sie hatten teil an Aufführungen auf höchstem künstlerischem Niveau: an Konzerten, in denen man weder sprechen noch herumlaufen konnte, in denen man nicht seine Tasse Tee wie im Privatleben trinken konnte.“ Gnädig merzte Kes alle schlechten Gewohnheiten seines Publikums aus und machte die Amsterdamer Liebhaber klassischer Musik zu den Musikkennern, als die sie heute bekannt sind.
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Die Beziehung zwischen Orgel und Akustik
Bei der Eröffnung des Concertgebouw war die Akustik alles andere als perfekt. Im Hauptsaal fehlte ein dominantes Objekt: die monumentale Van-Maarschalkerweerd-Konzertorgel. Musikkritiker aus frühen Concertgebouw-Tagen erklärten, dass die großartige Akustik erst zutage trat, nachdem die gewaltige romantische Orgel hinter das Orchesterpodium gesetzt wurde.
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Eine bessere Tätigkeit für Kes
Im Jahr 1895 verließ Kes das RCO, um eine Position beim Scottish Glasgow Symphony Orchestra zu übernehmen, was er für einen Schritt zu einer „besseren Tätigkeit“ hielt. Das war eine gründliche Fehleinschätzung. Mengelberg, seinem Nachfolger, gelang eine recht erstaunliche Meisterleistung, indem er das ehedem respektable RCO binnen zehn Jahren in ein Orchester von Weltrang verwandelte.
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Der widersprüchliche Mengelberg
Willem Mengelberg war ein Freund Gustav Mahlers und der Initiator der niederländischen Mahler-Tradition, und zweifellos ein Mann der Widersprüche. Unter seiner Herrschaft von 1895 bis 1945 erlangte das RCO bis heute anhaltende internationale Achtung und Weltruhm. Doch Mengelberg war auch sehr fordernd, oft grob zu den Musikern, und er hatte seine ganz eigene eigensinnige musikalische Sichtweise. Die niederländische Tageszeitung „Algemeen Handelsblad“ schrieb über den jungen Mengelberg: „Dieser junge Bonaparte, der Armeekommandeur“. Dennoch erwarb er sich große Beliebtheit als Dirigent, zunächst in den Niederlanden, und später in der übrigen Welt.
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Mengelberg und die Matthäuspassion
1899 ruft Willem Mengelberg eine Tradition ins Leben, die bis heute anhält: Am Ostersonntag leitet er das RCO in einer Aufführung der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach. Obgleich seine musikalischen Ansichten zu Besetzung und Musik heute oft für grotesk und historisch falsch befunden werden (Mengelberg hatte einen Chor, der aus 450 Sängern bestand), ist doch diese Aufführung 1899 der Grund für mehr als 100 verschiedene Aufführungen der Matthäuspassion in den Niederlanden jedes Jahr zu Ostern.
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Richard Strauss - Ein Heldenleben
Im Jahr 1898 ersetzten die Mitarbeiter des Concertgebouw den Namen Gounod auf einem der Namensschilder des Spielortes durch goldene Lettern, die sich zu dem Namen „R. Strauss“ fügten. Der deutsche Komponist und Dirigent Richard Strauss war ein häufiger Gast in Amsterdam und dem Orchester und seinem Chefdirigenten sehr zugetan. Um seine Zuneigung zu zeigen, widmete er seine „Tondichtung für großes Orchester – Ein Heldenleben“ dem 27-jährigen Willem Mengelberg und seinem RCO.
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Der Ursprung der niederländischen Mahler-Tradition
Auf Einladung Willem Mengelbergs leitet der berühmte Dirigent und Komponist Gustav Mahler das RCO als Gastdirigent bei seinen eigenen Sinfonien Nr. 1 und Nr. 3. Dies war der Beginn einer tiefen musikalischen Freundschaft zwischen beiden Dirigenten. „Ich habe das Gefühl, eine zweite Heimat in Amsterdam gefunden zu haben“, schreibt Mahler nach diesem Besuch an Mengelberg. Er dirigiert Premieren mehrerer seiner Sinfonien in den Jahren 1904, 1906 und 1909. Dies war der Beginn einer dauerhaften Beziehung zwischen dem RCO und Gustav Mahler.
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Der Beginn einer Mahler-Kampagne, die die Welt erschütterte
Nur vier Monate nach Mahlers plötzlichem Tod starten Willem Mengelberg und das RCO eine nie dagewesene Kampagne für Mahlers Musik. In neun Konzertsaisons widmet Mengelberg in jeder Saison zwischen 10 und 34 Konzerten der Musik seines teuren Freundes, was seinen Höhepunkt im Mahler Festival 1920 findet. Die Sinfonien Nr. 1 und Nr. 4 und Das Lied von der Erde sind seine Favoriten.
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Matthijs Vermeulen wird aus dem Concertgebouw verwiesen
Einer der unterhaltsamsten Skandale in der Geschichte des Orchesters ist zweifelsohne das Hausverbot für den rebellischen Komponisten und Musikkritiker Matthijs Vermeulen. In der seriösen niederländischen Zeitung „Telegraaf" übte er schwere Kritik an der Politik Willem Mengelbergs als zu stark deutschorientiert. Nach einer Aufführung von Cornelis Doppers Siebenter Sinfonie schrie Vermeulen: „Heil Sousa!“, was sich auf die oberflächliche Musik des amerikanischen Marschkomponisten bezog. Es überraschte nicht, dass er Zutrittsverbot für seinen Lieblingskonzertsaal erhielt und bald darauf nach Paris ging.
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Alle Mahler-Sinfonien in 11 Tagen
„Die Niederlande, und zuvörderst die Königin, sind überaus stolz auf Willem Mengelberg.” Diese Hommage Seiner Königlichen Hoheit Prinz Hendrik von den Niederlanden eröffnete offiziell das silberne Jubiläum des überaus beliebten Mengelberg mit dem Concertgebouw Orchestra. In einem nie dagewesenen Mahler-Festival von internationaler Bedeutung führt Mengelberg das Gesamtwerk seines teuren Freundes und Gleichgesinnten Gustav Mahler auf - ein elftägiger Kraftakt für Dirigent und Orchester.
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Die erste Tonaufnahme
Die erste Aufnahme Mengelbergs mit dem Concertgebouw Orchestra findet im Mai 1926 für die Schallplattenfirma British Columbia statt. Aufgenommen werden Fragmente von Wagner, Berlioz, Beethoven, sowie ein beeindruckendes Adagietto aus Mahlers 5. Sinfonie - ein Meilenstein in der Geschichte der Tonaufnahme und noch heute auf CD erhältlich.
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Die Gastdirigenten
Herbert von Karajan betritt das Podium, nimmt seinen Taktstock auf und dirigiert zum ersten Mal das RCO. Er war keine Ausnahme; viele berühmte Dirigenten haben das RCO im Laufe seiner Geschichte geleitet. Kurz zusammengefasst: Wilhelm Furtwängler, Claude Debussy, Paul Hindemith, Richard Strauss, Leonard Bernstein, Gustav Mahler, Darius Milhaud, Maurice Ravel, Arnold Schönberg, Leopold Stokowski, Igor Strawinsky, und in jüngerer Vergangenheit Zubin Mehta, Daniel Harding, Gustavo Dudamel, Esa-Pekka Salonen, Kurt Masur, Sir Colin Davis und Nikolaus Harnoncourt; sie alle haben irgendwann einmal das RCO dirigiert.
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Der Zweite Weltkrieg
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Mengelberg und das Dritte Reich
Der widersprüchlichste Aspekt des Lebens Willem Mengelbergs hat mit seinem Verhalten vor und während der Okkupation der Niederlande durch die Deutschen zwischen 1940 und 1945 zu tun. Seiner Ansicht nach waren Musik und Politik zwei völlig unterschiedliche Welten, und er dirigierte weiter, als die Nazis in die Niederlande einfielen und sie besetzten, wodurch er sich als erstklassiges Propagandamaterial anbot. Die Erklärungen für sein Verhalten reichen von Naivität bis zu Gleichgültigkeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte Mengelberg die niederländische Bühne nicht mehr betreten und man entzog ihm seinen Pass. Ursprünglich galt das Verbot lebenslang, doch seinen Rechtvertretern gelang es später, sein Urteil auf ein sechsjähriges Verbot zu mildern. Nur zwei Monate vor dem Ende seines Exils starb Mengelberg in der Schweiz.
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Eduard van Beinum - ein Musiker für Musiker
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Willem Mengelberg durch Eduard van Beinum abgelöst. Van Beinum war bereits seit langem ein Favorit des Orchesters und diente dem RCO ab 1931 als Assistent Mengelbergs. Gesellschaftliche Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg wirkten sich auch auf das Verhältnis zwischen Dirigent und Musikern aus. Er war kein „diktatorengleicher“ Dirigent wie seine Vorgänger Mengelberg und Kes, sondern eher ein Musiker für Musiker, beliebt bei Orchestermitgliedern ebenso wie beim Publikum. Oder, wie es ein RCO-Mitglied ausdrückte: „Bei Mengelberg spielte man unter dessen Leitung, doch bei Van Beinum spielte man mit Van Beinum.“
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Die erste Philips-Tonaufnahme
Der Niederländer Paul van Kempen, Dirigent der Niederländischen Radiophilharmonie, hatte die Ehre, die ersten Aufnahmen des Royal Concertgebouw Orchestra bei der Plattenfirma Philips in einer Aufführung der Ouvertüre von Tschaikowsky zu leiten. Dies war der Beginn einer dauerhaften Beziehung zwischen Philips Classic und dem Amsterdamer Orchester, die bis in die 1990er Jahre bestand. Unter den Chefdirigenten Eduard van Beinum und Bernard Haitink dokumentierte Philips die Qualität des RCO in zahlreichen Aufnahmen, von denen viele auf CD erschienen sind.
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Eduard van Beinum verstirbt auf seiner geliebten Bühne
Am Vormittag des 13. April 1959 beendet während der Proben an Brahms’ 1. Sinfonie mit dem RCO ein tödlicher Herzinfarkt plötzlich das Leben Van Beinums und damit eine erfolgreiche Laufbahn. Seine Beisetzung wurde im niederländischen Fernsehen übertragen, am Abend desselben Tages gefolgt von einem Gedenkkonzert, das von dem jungen Dirigenten geleitet wurde, der Van Beinum Favorit war: Bernard Haitink.
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Die beiden Chefdirigenten
Durch Van Beinums plötzlichen Tod musste das RCO nun nach einem neuen Dirigenten suchen. Einige Monate vor seinem Tod hatte Van Beinum den jungen Bernard Haitink zu seinem Nachfolger ausersehen, doch bevor Haitink die alleinige Leitung des RCO für sich beanspruchen konnte, teilte er sich von 1961 bis 1963 den Posten des Chefdirigenten mit Eugen Jochum.
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Die Konzertmeister Olof-Krebbers
Das RCO konnte sich stets auf sehr begabte Konzertmeister stützen, zuweilen sogar auf mehr als einen. Ein Beispiel für eine erfolgreiche gemeinsame Konzertmeisterposition war die Partnerschaft von Herman Krebber und Theo Olof. Beide kannten sich, seit sie neun Jahre alt waren, und auch ihre Laufbahn als Solisten bestritten sie gemeinsam. Das Doppelkonzert von Bach war eine Spezialität der beiden Geiger; sie spielten es gemeinsam auf der ganzen Welt.
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Aufstand im Concertgebouw
Niemand hätte erwartet, dass sich etwas derart Radikales im majestätischen Concertgebouw ereignen könnte, doch in den 1960er Jahren geschah es: Eine kleine Gruppe junger Komponisten rebellierte gegen die ihrer Ansicht nach undemokratische Struktur des RCO. Reinbert de Leeuw, Louis Andriessen und Peter Schat störten ein RCO-Konzert unter der Leitung von Bernard Haitink mit ihrer eigenen Version der Nussknacker-Suite; mit ihren Rasseln und Hupen versuchten sie, Dialog und Veränderung zu erzwingen. Und sie erreichten ihr Ziel: Eine Diskussion zwischen den jungen Komponisten und dem RCO fand kurz darauf statt, und das RCO hörte sich die Wünsche dieser jungen „Nussknacker“ an.
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“Ich werde keinen Fuß mehr auf eine niederländische Bühne setzen”
Die niederländische Regierung konfrontiert das Concertgebouw Orchestra mit einer drastischen Kürzung der Fördergelder. Dies würde die Entlassung von 23 Musikern aus dem weltberühmten Klangkörper erforderlich machen. Bernard Haitink reagiert auf diese immer wiederkehrende Bedrohung für das RCO mit der einfachen Feststellung: „Wenn das passiert, werde ich keinen Fuß mehr auf eine niederländische Bühne setzen.“ Die Regierung zog bald darauf ihre katastrophalen Pläne zurück.
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Mahlers 9. – ein stets gefährlicher Abschied
Mahlers Abschiedssinfonie Nr. 9 besitzt einen ebenso mythischen Status wie Beethovens Schwanengesang. Es war nicht nur so, dass Mengelberg diese intensiven und bewegenden letzten Worte fürchtete; die Sinfonie setzt außerdem verschiedene Wegmarken in der Geschichte des RCO: die letzte Weihnachtsmatinee mit Haitink 1987, das Abschiedskonzert von Chailly 2004 und die erinnerungswürdige Darbietung, die Leonard Bernstein und das RCO beim Holland Festival 1988 gaben. Diese DG-Aufnahme gilt heute noch als die unglaublichste Aufführung aller Zeiten, erfüllt von auf der Bühne weinenden Musikern.
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Neuer Chef bringt neues Repertoire nach Amsterdam
Riccardo Chailly, der erste Ausländer, der zum Chefdirigenten des RCO berufen wurde, brachte ein völlig neues Repertoire nach Amsterdam. Unter seiner Leitung beginnt das Orchester junge, neue und gewagte Programme zu spielen, die bis zu diesem Zeitpunkt in Amsterdam unbekannt waren. Zeitgenössische Meister wie Schat, Berio und Varèse finden ihren Weg auf die Bühne, ohne dass jedoch die Tradition Mahlers und Bruckners vernachlässigt wird.
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Chailly und die niederländische Musik
Maestro Riccardo Chailly erweckte nicht nur das Interesse an moderner und zeitgenössischer Musik neu; sein spezielles Interesse galt auch der niederländischen Musik. Durch Chailly kehrten die Kompositionen von Rudolf Escher, Johan Wagenaar, Alphons Diepenbrock, Tristan Keuris, Peter Schat, Otto Ketting und vielen anderen auf die niederländische Konzertbühne zurück.
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Chaillys Sieg im Jahr 1995
„Gustav Mahler - The World Listens“ lautet der Titel des Mahler-Festivals anlässlich des 75. Jahrestages des Festivals aus dem Jahr 1920. Auf Einladung des Amsterdamer Concertgebouw führen die besten Orchester (Amsterdam, Berlin, Wien) Mahlers Oeuvre auf, unter Gastmitwirkung der Weltklasse-Dirigenten Bernard Haitink, Riccardo Muti, Claudio Abbado und Sir Simon Rattle. Die größte Überraschung des Festivals ist jedoch der Chefdirigent des RSO, Riccardo Chailly. Seine fantastischen Mahler-Interpretationen setzen neue Maßstäbe.
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Gefeierte Solisten
Im Juni 2001 eröffnet Mstislaw Rostropowitsch das SLAVA! Festival, ein dreiwöchiges Festival, das ganz und gar diesem legendären russischen Cellisten gewidmet ist. Er ist nicht der einzige internationale Star, der mit dem Orchester auftrat – dies taten im Laufe der Zeit viele Solisten, von Joseph Joachim bis Lang Lang, Yefim Bronfman, Murray Perahia, Dietrich Fischer Dieskau, Klaus Florian Vogt und Thomas Quasthoff, Artur Rubinstein, Krystian Zimmerman, Thomas Hampson, Christine Schäfer, Truls Mørk, Maria Callas, und noch viele andere.
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Mariss Jansons – eine gelungene Verbindung
Während seine Vorgänger schon in jungen Jahren zum RCO kamen, war Mariss Jansons der erste Dirigent, der bereits Weltruhm erlangt hatte, als er 2004 zum Chefdirigenten berufen wurde. Seine Tutoren, zunächst Hans Swarowski und später Herbert von Karajan, sagten über Jansons: „Er bringt ein Orchester dazu, sich in die Musik zu verlieben, die es spielt.“ Jansons will kein Neuerer sein, sondern das hohe Niveau halten, auf dem das Orchester inzwischen musiziert. Und dies hat er mit Erfolg getan: Jansons und das RCO gelten als gelungene Kombination.
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Ein Mann, zwei Orchester
Seit 2003 wirkte Mariss Jansons als Erster Dirigent eines weiteren weltbekannten Orchesters, nämlich des Bayerischen Rundfunksinfonieorchesters. 2007 wurde sein Vertrag bis August 2012 verlängert, und sein Engagement beim BRSO gilt für 10 Wochen je Saison. Jansons teilt seine Zeit zwischen München und Amsterdam auf; ein Phänomen, das unter Stardirigenten immer häufiger zu beobachten ist.
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Nummer Zwei
Das französische Musikmagazin „Le Monde de la Musique” wählte das RCO auf den zweiten Rang seiner Liste der europäischen Sinfonieorchester. Dem Magazin zufolge konnten nur die Wiener Philharmoniker darauf hoffen, das RCO zu übertreffen.
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Bestes Sinfonieorchester der Welt
Im führenden britischen Klassikmagazin „Gramophone“ wählen renommierte Musikkritiker aus Europa und Nordamerika das Amsterdamer Royal Concertgebouw Orchestra auf den ersten Platz einer Liste der besten Sinfonieorchester der Welt. Gramophone-Herausgeber James Inverne bemerkt dazu: „Das Royal Concertgebouw Orchestra ist eines der letzten [Orchester], das über einen sofort erkennbaren Klang verfügt, und das den Charakter von Komponisten ebenso auslotet, wie es ein Schauspieler mit seinen Rollen tut."
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